Das
Jahr neigt sich dem Ende und an den wenigen noch
verbliebenen Blättern hängt
Zuckerguss.
Mit
freudigem Staunen betrachte ich dieses kleine
Wunder, während Max sich eine der
vielen Birnen klaut,
sich in die von Raureif bedeckte Wiese schmeißt und die
Birne
laut schmatzend in seinem Inneren verschwinden
lässt. Dann holt er sich die
nächste Birne und würde
wohl bis zum Platzen so weiter machen, wenn ich ihn
nicht bremsen würde.
Zu
viele Birnen tun nicht wohl – zumindest mir nicht,
denn die üblen Gerüche, die
mir beim Vormittagskaffe
um die Nase streichen und eindeutig von Max herrühren,
der neben meinem Sofa laut schnarchend ruht, sind
kaum zu ertragen.
Die
Sonne hat den morgendlichen Nebel durchbrochen
und wir können die vielen Krähen
sehen, die sich auf
den Feldern um uns herum sammeln. Sie geben seltsame
Geräusche von sich in dieser ansonsten lautlosen Welt,
die an diesem herrlichen Morgen so wundersam erscheint.
Jahrelang
hat Max die Krähen verfolgt bis er geschnallt
hat, dass die Dinger doch
tatsächlich fliegen können und
er nicht. Nun lässt er sie links liegen und behält
die Nase
am Boden, irgendwas Interessantes ist da wohl noch vor
uns vorbei gekommen und Max muss das untersuchen.
Die Bäume des Waldes, in den wir nun eindringen,
stehen im Nebel wie Wesen
aus einer anderen Welt.
Die Singvögel haben sich nach Afrika verpisst und es
herrscht eine nahezu gespenstische Stille. Zwei Hirschkühe
kreuzen den Waldweg
direkt vor uns und sehen einfach
riesig aus. Ich staune und Max schnuffelt am
Boden rum,
er hat sie gar nicht bemerkt.
Als
wir den Gespensterwald verlassen hat die Sonne
einen Nebelbogen direkt vor
unsere Augen gezaubert.
Er ist klein, strahlend weiß und so dicht vor uns, dass
ich
davon überzeugt bin, ihn durchschreiten zu können.
Wenn wir ihn erst mal
durchschritten haben, ist uns ewig
währendes Glück bestimmt – das hab’ ich
genau im Gefühl.
Wir
laufen los, wir rennen – Max findet das toll – und der
Nebelbogen auch – denn
er ist einfach nicht zu fangen…
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Der
Nebelbogen ist eine Erscheinung der atmosphärischen Optik in Form
eines kreisförmigen,
weiß leuchtenden Bogens. Es handelt sich um eine
Sonderform des Regenbogens,
die durch besonders feine Tröpfchen
bedingt ist. Ein Nebelbogen entsteht, wenn
die Sonne auf eine
Nebelwand scheint und das Licht durch die feinen Tröpfchen
reflektiert
wird. Im Vergleich mit dem Regenbogen ist das Band des Nebelbogens
ungefähr doppelt so breit und das einfallende weiße Licht wird nicht in
verschiedene Farben gebrochen. Der Nebelbogen liegt der Sonne immer
gegenüber.
Sein Radius beträgt bis zu 42° und wird bei abnehmender
Tröpfchengröße kleiner.
Zur Beobachtung ist es allerdings erforderlich,
dass man als Beobachter vor der
Nebelwand mit der Sonne im Rücken
steht, da sonst das Licht durch den Nebel
schon zu sehr abgeschwächt
ist. (Quelle: Wikipedia)
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